Donnerstag, 12.10.2017

Alkohol und Feuer sind keine gute Mischung. Das sagt einem der gesunde Hausverstand. Dennoch testen es einige Menschen gerne aus. Wenn auch nicht so wie man im ersten Augenblick vermuten würde.

Feuerwerk statt Feuer

Sie verwenden Alkohol nämlich nicht als Brandbeschleuniger oder sonstiges Hilfsmittel ein Feuer zu starten. Nein, sie trinken ihn und zünden dann ein Feuerwerk an. Dass das ziemlich in die Hose gehen kann, zeigen wir euch in unserem Video.

Ein Feuerwerk der Dummheit

Die falsche Handhabung von Feuerwerkskörpern kann zu schlimmen Verletzungen führen. Vor allem Verbrennungen aufgrund von zu wenig Sicherheitsabstand oder Böller die zu früh zünden sind die häufigsten Ursachen für einen Besuch im Krankenhaus. Alkohol lässt die Leute unvorsichtiger werden und dadurch steigt die Gefahr sich schwer zu verletzen. Setzt man dann auch noch illegale Böller aus dem Ausland ein kann es sogar dazu führen, dass Böller in der Hand explodieren und man einen Finger verliert. Auch Hörschäden können durch die lauten Explosionen verursacht werden. Ein Kracher kann bis zu 170 Dezibel laut sein, kein Wunder also, dass viele Patienten mit Hörschäden ins Krankenhaus kommen.

Silvester

Vor allem in der Silvesternacht passieren die meisten Unfälle mit Feuerwerken. Auch zu anderen Anlässen werden Feuerwerke gezündet, aber vor allem zum Start ins neue Jahr wollen es die Menschen so richtig krachen lassen und verlieren dabei jede Vernunft. Der zusätzliche starke Alkoholkonsum erledigt den Rest.

Quelle: Photo by Vernon Raineil Cenzon on Unsplash

Feuerwerk in Zahlen

Allein in Deutschland wurden 2016 über 133 Millionen Euro für Feuerwerkskörper ausgegeben. Fast 3000 Menschen arbeiten in pyrotechnischen Betrieben in Deutschland. Die Fertigung der Feuerwerkskörper erfolgt aber meistens in Fernost.

Die meisten Unfallopfer von Pyrotechnik sind unter 21 Jahre alt. Rund 79 % der Verletzten sind männlich, 21 % sind weiblich. Bei den männlichen Verletzten sind 40% der Unfälle fremdverschuldet, bei Frauen ist der Anteil der Fremdverschuldung mit 80% doppelt so hoch.

55 % der Verletzungen entstehen durch Knallkörper, z.B. Böller oder Kanonenschläge. Zusätzlich zu Verletzungen durch unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern kommen noch unzählige Brände und erhebliche Sachschäden hinzu.

Mit 27 % sind Verbrennungen und mit 28 % Knalltraumata die häufigsten Verletzungen – der Kopf und die Hände sind die Körperregionen, die am häufigsten betroffen sind.

5 % werden schwer verletzt. Das bedeutet sie leiden unter ernsthaften, bleibenden, gesundheitlichen Schäden. Dazu gehören zum Beispiel Gehörschäden, Einschränkung der Sehfähigkeit, Einschränkung der Feinmotorik an den Händen und hässliche Narben, die ein Leben lang bleiben.